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Aktualisierung: Gefahr neuer Unterbrechungen der Lieferketten zwischen dem Westbalkan und der Europäischen Union

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Bisher wurde keine Lösung für die 90 Tage Aufenthaltsbegrenzung für Berufskraftfahrer vom Westbalkan (oder aus anderen Drittstaaten) gefunden, die in ein Schengen Land einreisen.

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EU‑Institutionen betonen, dass Aufenthalte von mehr als 90 Tagen innerhalb eines beliebigen Zeitraums von 180 Tagen unter die nationalen Visabestimmungen fallen und nicht unter EU‑Recht.

 

Dies stellt jedoch keine praktische Lösung für Fahrer vom Westbalkan dar. Anträge für nationale Arbeitsvisa können nur gestellt werden, wenn eine in der EU ansässige juristische Person den Fahrer offiziell einlädt, dauerhaft in der Europäischen Union zu arbeiten. Zudem dauern die Bearbeitungsverfahren für solche Visa in der Regel mehrere Monate.

 

Die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer wurde darüber informiert, dass etwa 90 % aller Berufskraftfahrer aus Serbien ihre 90‑Tage‑Grenze bereits überschritten haben. Das bedeutet, dass dringend eine Übergangslösung erforderlich ist. Andernfalls wird der Lkw‑Transport zwischen Serbien und den EU‑Mitgliedstaaten für serbische Fahrer bald nicht mehr durchführbar sein. Alternativen wie Luftfracht oder Bahntransport sind zwar möglich, doch die Kosten im Luftverkehr steigen stark an, und Bahnlieferungen dauern deutlich länger als Straßentransporte.

 

Darüber hinaus könnten Lkw‑Fahrer im gesamten Westbalkan erneut Grenzübergänge blockieren, sollten sie den Eindruck gewinnen, dass kurzfristig keine Lösung in Sicht ist.

 

In Gesprächen mit verschiedenen deutschen Investoren in Serbien wurde uns mitgeteilt, dass neue Unterbrechungen der Lieferketten — sei es durch einen Mangel an Fahrern aus Serbien bzw. dem Westbalkan oder durch erneute Blockaden — dazu führen würden, dass Unternehmen ihre Industrieprojekte in andere Regionen außerhalb Serbiens oder des Westbalkans verlagern. Einige Unternehmen bereiten bereits Ersatzpläne vor, wie es ihre vertraglichen Verpflichtungen im Falle identifizierter Risiken vorsehen.

 

Die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer ist inzwischen aktiv im Austausch mit den serbischen Behörden, Vertretern der EU, unseren Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern des Westbalkans, dem serbischen Verband der Lkw‑Fahrer, der deutschen Bundesregierung, anderen bilateralen Kammern in Serbien sowie den Mitgliedsunternehmen, um auf die Dringlichkeit des Problems hinzuweisen und auf eine praktikable Übergangslösung zu drängen.

 

Die Kammer hat Daten gesammelt, Konsultationen koordiniert und alle relevanten Interessenträger informiert, mit dem Ziel, weitere Störungen im Transport‑ und in den Lieferketten zu verhindern.

 

Wenn Sie eine Tochtergesellschaft oder Niederlassung eines in der EU ansässigen Unternehmens sind, empfehlen wir Ihnen, Ihre Anliegen direkt an die zuständigen Generaldirektionen der Europäischen Kommission zu richten, die bei der Identifizierung einer Übergangslösung helfen könnten, und dabei beispielsweise die hier bereitgestellte Briefvorlage zu verwenden:

Bitte leiten Sie diesen Vorschlag gerne an Ihre Kunden oder Geschäftspartner mit Sitz in der EU weiter.

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